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Doch endlich ist man bei uns wach geworden!
Zwar war die Rücknahme alter Geräte bei Neukauf bei den meisten Händlern und
Märkten schon lange möglich. Die Entsorgungskosten gingen dann halt zu dessen
bzw. deren Lasten. - Aber:
Verbraucherinnen und Verbraucher können ab März 2006 alte Radio, Computer u. a.
Elektronikgeräte kostenlos bei den kommunalen Sammelstellen abgeben. Das sieht
ein im Februar 2005 verabschiedetes Gesetz vor. Margarete Wolf, Parlamentarische
Staatssekretärin im Bundesumweltministerium zitierte u. A.: "Die Rücknahme und
Verwertung alter Elektro- und Elektronikgeräte ist ein Beispiel für nachhaltige
Umweltpolitik". Das Gesetz ist bereits im letzten März in Kraft getreten. Die
Hersteller sind fortan verpflichtet, die gesammelten Geräte zurück zu nehmen,
sowie nach dem Stand der Technik zu behandeln und zu verwerten. Ab Juli 2006
dürfen außerdem bestimmte Schwermetalle wie Blei, Cadmium und bromierte
Flammschutzmittel in neuen Geräten nicht mehr verwendet werden. |
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Die neuen Gesetze
zielen zudem auch darauf ab, dass künftig langlebigere und besser zu verwertende
Neugeräte produziert werden. Denn kaum ein Markt wächst so schnell wie der für
Elektro- und Elektronikgeräte. Fallen doch in Deutschland jährlich rund 1,8
Millionen Tonnen Elektroschrott an, der einen Güterzug mit einer Länge von
Flensburg bis München füllen würde! Zudem muss künftig der
Wiederverwertungsfaktor eines ausgedienten Gerätes je nach Art bis 75 Prozent
betragen; näheres kann man z. B. dem Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr.
17, entnehmen.
Nötig sind solche Entscheidungen eigentlich schon lange geworden. Als typisches
Beispiel seien die relativ kurzlebigen Tintenstrahldrucker genannt, deren
günstige Anschaffungskosten listigerweise über die sündhaft teure Druckertinte
kompensiert werden. Selbst innerhalb der Garantiezeit lassen sie sich in den
seltensten Fällen noch reparieren.
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Einen Haken hat
jedoch diese neue Gesetzgebung, und den möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:
Nach Einschätzung von Reinhard Zinkann, vom Vorstand des Branchenverbandes ZVEI
werden besagte Elektro-Hausgeräte spürbar teurer. Und wie wohl zu erwarten war,
sind die Gründe die von März 2006 an vorgeschriebene Rücknahme von Altgeräten,
aber auch die stark gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe.
Auf die Rücknahme sei man zwar gut vorbereitet. Aber im Gegenzug sei da ein
"gewaltiger Kostenblock" auf die Hersteller zugekommen. Im Schnitt könne je nach
Aufwand des zu entsorgenden Gerätes der Anstieg 2 bis 3 Prozent betragen, meinte
Zinkann. Besonders bei Kühlschränken könne dies zu Buche schlagen.
Allerdings lege der deutsche Verbraucher wieder mehr Wert auf Qualität und sei
durchaus bereit, dafür ein wenig mehr zu bezahlen. Trotz des starken
Wettbewerbes der Discounter habe sich der Umsatz von Markengeräten wieder
stabilisiert. |
Näheres zu der
neuen Gesetzgebung finden Sie im Internet, z.B. unter folgenden Links:
http://typemania.de/content/index.php?p=600
HYPERLINK "http://www.bmu.de/abfallwirtschaft/downloads/doc/5582.php"
http://www.bmu.de/abfallwirtschaft/downloads/doc/5582.php
Dort können Sie auch zahlreiche weiterführende Informationen und Gesetzesblätter
im PDF-Format laden und ausdrucken.
Noch ein kleiner Tipp zum Schluss:
Hin und wieder nimmt auch schon mal ein Bastler, jemand ohne Arbeit und Geld,
oder eine Schule ein ausgedientes oder nicht mehr aktuelles Gerät zum
Ausschlachten, Umbauen, für Experimente oder als Ersatzteilträger. Das illegale
Entsorgen sollte also endgültig der Vergangenheit angehören.
Redaktionsbüro Michael Rohde (hgm/mr)
Wir schreiben auch für Ihre Homepage:
http://www.miris.de
[mr]
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