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Wie
gewonnen, so zerronnen!
Mal Hand auf’s Herz: Haben Sie nicht auch eine schön hohe Zahl auf Ihrem
Konto - doch das dicke Minus davor treibt Ihnen die Tränen in die Augen? Egal,
wie hart Sie arbeiten - je mehr Schulden Sie haben, um so schneller reißt Sie
die Spirale in den Abgrund.
Dabei fing alles ganz harmlos an. Hier mal ein Fernseher auf Ratenzahlung, da
mal ein paar Mark für die notwendige Autoreparatur und die 2 Wochen Urlaub
wollen Sie sich auch nicht nehmen lassen. Ist ja auch alles kein Problem,
solange Sie den Überblick behalten und Ihr Konto nicht übermäßig
strapazieren. Es ist ja auch so schön einfach, an Geld zu kommen. Dazu muss man
häufig noch nichtmal mit dem Bankberater sprechen, denn kleine Überziehungskredite
werden teilweise auch vom Automaten ausgespuckt. |
Viele denken, die
Bank würde Ihnen das Geld leihen, doch das stimmt nicht - die Bank verkauft
Ihnen Geld, und das ziemlich teuer! Denn durch Zins und Zinseszins wachsen die
Schulden oft schneller, als Sie das Geld erarbeiten können. "Der Zins ist
wie ein Krebsge- schwür. Erst fängt es klein an, wuchert dann immer mehr und
immer schneller, bis man ihm schließlich erliegt und es keine Hoffnung mehr
gibt." Das kann natürlich nur jemand sagen, der sein Konto im Minus hat.
Diejenigen, die ihr Konto im Plus haben, werden selbst zum Geld- verleiher.
Entweder leihen sie es den Banken (damit diese es wieder an die Leute ohne Geld
noch teurer verleihen können), oder sie leihen es großen Firmen, indem sie
Aktien kaufen und vom Wachstum der Firma profitieren.
Not macht erfinderisch
Wer es geschickt anstellt und einen gewissen Grundbetrag sein Eigen nennt,
der kann es durchaus schaffen, von den Zinsen seines Geldes zu leben. Dennoch:
Die große Mehrheit der Bevölkerung ist verschuldet. Kein Wunder, wir lernen es
ja auch nicht anders. Jeder Autoverkäufer bietet sofort eine Ratenzahlung an
und selbst für einen popeligen 500,-Mark-Fernseher ist inzwischen Ratenzahlung
möglich. Oftmals sind auch unsere Eltern verschuldet und wie hervorragend
bequem man auf Pump leben kann, führt uns täglich der Staat vor Augen, bei
dessen Verschuldung alleine die Zinsen in jeder Sekunde um Beträge wachsen, die
ein Normalbürger im ganzen Jahr nicht verdienen kann. Beispiel: Mit den durch
die Versteigerung der UMTS-Lizenzen eingenommenen 100.000.000.000
(Einhundert-Milliarden) Mark soll ein Teil(!) der Zinsen(!) zurückgezahlt
werden. Wahnsinn!
Um diesen Zinsdruck zu umgehen, wurden 1988 die ersten Tauschringe in
Deutschland gegründet. Das Prinzip der Tauschringe ist denkbar einfach:
"Biete Haare waschen gegen Rasen mähen" oder "Suche Putzfrau,
biete Autoreparaturen" sind mögliche Tauschgeschäfte, bei denen der Weg
über das Geld umgangen wird. Kontrolliert wird das System von den Gründern des
jeweiligen Tauschringes. "Ok, jetzt habe ich jemandem die Wohnung geputzt,
doch der bietet dafür Autoreparaturen. Dabei habe ich doch gar kein Auto". |

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Tauschen
über's virtuelle Konto
Das stellt kein Problem dar. Denn jeder Tauschpartner hat ein virtuelles Konto -
entweder als Computerdatei oder altertümlich als Papierkartei. Dort wird von
einer zentralen Stelle aus mit einer Fantasiewährung gerechnet. Lassen Sie sich
z.B. die Haare schneiden, so könnten Ihnen 30 "Tauschis" abgezogen
werden, während Ihr Friseur diese 30 "Tauschis" als Guthaben erhält.
Von diesen 30 "Tauschis" muss er dann nicht unbedingt eine
Autoreparatur "bezahlen", sondern kann sie z.B. auch jemandem geben,
der ihm den Gartenzaun streicht. Da mit dieser Tätigkeit niemand Geld verdient,
müssen die Erträge im Regelfall auch nicht versteuert werden. Jedoch ist zu
sagen, dass ein Taler oder Tauschi eine geldwerte Leistung ist, die, abhängig
vom Umfang auch steuerpflichtig sein kann (im Einzelfall muss dann eben das
Finanzamt gefragt werden). Diese Regelung wurde getroffen, um
Steuerhinterziehung im großen Stil zu verhindern - nämlich durch organisierte
Schwarzarbeit.
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